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Reise gegen das Vergessen

Nachwuchskräfte besichtigen Auschwitz

Wir glauben nicht an Schuld von Generationen, aber wir glauben an Verantwortung von Generationen. Diese klare Haltung vertreten wir bei Ernsting’s family in Bezug auf die Verbrechen der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland. Wir sind davon überzeugt, dass insbesondere in Zeiten, in denen Werte wie Demokratie und Toleranz unter Druck stehen und Zeitzeugen nach und nach versterben, an diese Verantwortung appelliert werden muss. Als gesellschaftlich engagiertes Unternehmen möchten wir einen Beitrag gegen das Vergessen leisten, das Geschehene in den Fokus rücken und so einen Beitrag zur geschichtlichen Aufklärung leisten - insbesondere für junge Menschen. Daraus ist die Idee entstanden, alle drei Jahre Gedenkreisen in das ehemalige Konzentrationslager Ausschwitz-Birkenau anzubieten. An dieser Reise können interessierte Nachwuchskräfte freiwillig teilnehmen, um wichtige Eindrücke und Erfahrungen zu sammeln.

Der Film zur Reise 2025
Erinnern. Erleben. Einordnen.

Lernen aus der Geschichte – in drei Schritten

Vorbereitung, Begegnung, Reflexion: So gestalten wir die Gedenkreise für unsere Nachwuchskräfte.

1 | Vorbereitung

Der Besuch eines Konzentrationslagers ist etwas Besonderes und das, was man vor Ort erlebt und empfindet, kaum vorherzusagen. Umso wichtiger ist es, diese Reise gemeinsam als Gruppe inhaltlich und emotional vorzubereiten. Dazu dienen vor Reiseantritt zwei Treffen. Der erste Austausch wird von CEO Prof. Dr. Timm Homann begleitet, der eine Einordnung der Reise vornimmt und von seinen Erkenntnissen berichtet, die er gemeinsam mit seinen Geschäftsführungskolleg*innen 2021 in Ausschwitz gesammelt hat. Im Rahmen dieses Aufenthalts ist die Idee für das Reiseangebot entstanden. Der Austausch bietet in intimer Atmosphäre Raum für Sorgen, Bedenken und Fragen aller Art. Ein zweites Treffen rückt die inhaltlichen Vorbereitung in den Mittelpunkt. Die Gruppe schaut gemeinsam den Film „Die Wannseekonferenz“ über die Vorbereitung des Massenmordes an Juden durch die Nationalsozialisten. Die schockierende Nüchternheit und die technokratischen Sprache sorgt für Stille im Plenum.   

2 | Begegnungen vor Ort

Die Gruppe bestehend aus Nachwuchskräften aller Ernsting’s family Standorte ist in Krakau untergebracht. Eine Stadtführung mit Fokus auf jüdisches Leben in Krakau gibt erste Einblicke in die Geschehnisse. Inmitten von Synagogen, Gedenkorten und einstigen Wohnhäusern wird spürbar, wie lebendig und bedeutend jüdisches Leben hier einst war. Und wie brutal es durch den Nationalsozialismus ausgelöscht wurde. Die Führung macht die Geschichte dieses besonderen Orts erfahrbar und lässt bereits erahnen, welche unfassbaren Erkenntnisse der Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers bereithält. Die eindrucksvollen Schilderungen während der Stadtführung und in Auschwitz selbst verdeutlichen das Ausmaß des Verbrechens und gehen den Reiseteilnehmenden nah. Es wird deutlich, dass die Vorabtreffen und ebenso die gemeinsame Reflexion des Erlebten vor Ort ein wichtiger Aspekt der Reiseorganisation ist.

3 | Reflexion

Auch wenn bereits vor und während der Reise Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit dem Erlebten gegeben sind, bietet ein weiteres Zusammenkommen nach dem Aufenthalt in Polen der Reisegruppe noch einmal die Gelegenheit, die Erkenntnisse gemeinsam einzuordnen. Es ist ein Raum des Nachdenkens, des Zuhörens und des ehrlichen Austauschs. Die Gespräche im Beisein unseres CEO machen deutlich, wie sehr die Begegnung mit der Geschichte vor Ort bewegt. Die Nachwuchskräfte berichten von „sprachlosen Schockmomenten“, die sie während des gesamten Besuchs begleiteten, andere betonen ihre Fassungslosigkeit darüber, wie die Unmenschlichkeit auch vor Kindern keinen Halt machte. Es wird deutlich, dass die heranwachende Generation die wichtige Aufgabe hat, Verantwortung dafür zu übernehmen, das Geschehene in Erinnerung zu behalten. 

Erlebnisse, die lange nachwirken

Tage, die so schnell nicht vergessen werden. Im Gepäck: viele Gedanken, Emotionen und Gespräche, die noch lange nachwirken werden. „Ich hatte mehrmals Tränen in den Augen. Man läuft über Stellen, an denen Grausames passiert ist. Gerade als Mutter ist es schlimm realisieren zu müssen, dass an diesem Ort so vielen Kindern die Kindheit gestohlen wurde", schildert eine Auszubildende im Anschluss an die Führung durch das ehemalige Konzentrationslager.

Die Reaktionen unserer Nachwuchskräfte während und nach der Reise verdeutlichen, dass das Angebot sinnhaft ist und den gewünschten Effekt zeigt: Junge Menschen fühlen sich ermutigt, sich mit Geschichte auseinanderzusetzen und für Menschlichkeit und Toleranz einzustehen.

Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.

George Santayana
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